Am Samstag kam es in Dublin zu schweren Ausschreitungen. Der Oranier-Orden hatte eine Parade abgehalten. Sie endete mit einer regelrechten Straßenschlacht mit der Polizei. Die Kundgebung war von der irischen Regierung genehmigt gewesen. Sie sah in der Parade eine gute Gelegenheit, eine Versöhnung zwischen Protestanten und Katholiken herbeizuführen.
Anhänger einer IRA-Splittergruppe hatten die Krawalle ausgelöst, die öffentlich den Frieden zwischen Katholiken und Protestanten ablehnen. Sie gingen nicht gegen die Mitglieder des Oranier-Ordens vor, sondern gegen die Polizei. Aber sie demonstrierten damit, dass sie mit dem Ansinnen des Oranier-Ordens nicht einverstanden sind.
Die Bilanz der Parade: 41 Verhaftungen und rund 40 verletzte Teilnehmer. Andere Quellen berichten von rund 25 verletzten Personen.
Ursprünglich wollte der Oranier-Orden, der mit rund 1.000 Mitgliedern angereist war, während der Parade der Opfer des nordirischen Terrorismus gedenken. Allerdings gelten für den Orden nur Protestanten als Opfer, Katholiken nicht. Dem Orden wird nachgesagt, protestantischen Terroristen nahe zu stehen. Einige der Opfer hatten vor Jahren Katholiken ermordet. Bombenanschläge mit vielen Toten in Dublin und Monaghan gingen auf deren Konto.
Die Parade wurde nach dem Ausbruch der Gewalt abgebrochen.